Was läuft auf dem Lauffenmühle-Areal?

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Beim Tag der offenen Baustelle informierten sich Interessierte über den aktuellen Planungsstand und Fortschritt auf dem Lauffenmühleareal

Beim Tag der offenen Baustelle am 26.09.26 machten sich Besucherinnen und Besucher ein Bild von den Rückbauarbeiten auf dem Lauffenmühle-Areal. 

Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdić, Bauassessorin Rina Gashi und Architekt Jorge Martin-Cano erläuterten die Ziele der Arealentwicklung, hier das erste klimaneutrale Gewerbequartier Deutschlands in Holzbauweise zu realisieren. 

Martin-Cano beschrieb die Arbeiten in Bauabschnitten: Die Gebäude im östlichen Bereich der Industriebrache, entlang der Eisenbahnlinie wurden im ersten Bauabschnitt bereits entkernt, schadstoffsaniert und zurückgebaut. Als nächster Bauabschnitt sollen die ehemaligen Produktionshallen folgen. Dabei werden rund 16.000 Quadratmeter bebaute Fläche vollständig zurückgebaut. Rund 6.000 Quadratmeter bebaute Fläche sollen erhalten bleiben, so Martin-Cano. Der Rückbau erfolge mit besonderem Augenmerk auf die Wiederverwendung und Verwertung gut erhaltener Baustoffe. „Es wird angestrebt, geeignete Bauteile aus dem Rückbau zu sichern und für eine spätere Wiederverwendung einzulagern“, laut Martin-Cano. Die Rückbauarbeiten im zweiten Bauabschnitt sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. 

„Der Bestand der alten Energiezentrale mit dem Kamin ist ein wichtiger Teil der Identität der alten Textilfabrik“, so beantwortet der Architekt eine Frage nach dem Bestandserhalt „sie soll erhalten bleiben, als selbst auferlegte Aufgabe des Denkmalschutzes“.

Anhand der Pläne aus dem städtebaulichen Wettbewerb zeigten Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdić und Bauassessorin Rina Gashi die Ziele für die Arealentwicklung auf: Das bislang geschlossene Industrieareal der Lauffenmühle soll künftig ein öffentlich zugänglicher Arbeits-, Begegnung- und Lebensort werden, der nicht nur den Beschäftigten, sondern auch der Bürgerschaft offensteht. Statt eines klassischen Gewerbegebiets entsteht ein „Gewerbe plus“ mit einer flächeneffizienten Nutzungsmischung. Gashi erklärte den Begriff von vertikal gestapeltem Gewerbe anschaulich mit „Unten sind die Lenker, oben sind die Denker“, das Ziel sind mehrgeschossige Gewerbebauten. Gemeinschaftlich genutzte Infrastrukturen wie Mitmachkantine, Kita und Mobility Hub sollen Synergien zwischen den Betrieben erzeugen und zugleich öffentlich wirksame Angebote schaffen. „Damit Gewerbestandorte zukunftsfähig und attraktiv sowohl für Investoren und Beschäftigte sind, werden Offenheit und Aufenthaltsqualität immer wichtiger“, dafür möchte die Bürgermeisterin schon bald mit weiteren Baumpflanzungen und Grünflächen sorgen, der Spielplatz wird erhalten und auch temporäres Wohnen wird angedacht. „Die Stadt plant das Areal jedoch gezielt als Gewerbestandort, da solche Flächen für Betriebe in Lörrach knapp sind und die gewerbliche Entwicklung zukünftig Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt sichert,“ so die Bürgermeisterin.

Zum Vorprogramm am Freitag, 25. September, im Werkraum Schöpflin brachten Studierende der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) Kaiserslautern innovative Ideen zur Entwicklung des Areals mit.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Diplomarbeiten von Studierenden der RPTU Kaiserslautern. Insgesamt acht Arbeiten wurden vorgestellt, die sich mit dem Kernbereich der Lauffenmühle befassen. Im Brombacher Schlössle begrüßte Ortsvorsteherin Silke Herzog die Gruppe. Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdić erinnerte an den Erwerb des Areals und an den ersten Impuls für die Arealentwicklung: Im Jahr 2019 hatte Prof. Hans Joachim Schellnhuber im Burghof in seinem Vortrag als Antwort auf den Klimawandel gefordert: „Bauen Sie in Holz und nutzen Sie die Sonne.“